Microsoft SkyDrive

Inzwischen gibt es zwei neue populäre Cloudspeicher-Anbieter, die das Zeug haben, Dropbox den Rang abzulaufen:

Nach meinem Blick auf SugarSync als Alternative zu DropBox werfe ich daher nun einen Blick auf:

Microsoft Skydrive

SkyDrive richtet einen Ordner auf Ihrer Festplatte ein, der zum „SkyDrive“ wird, also zum Beispiel D:SkyDrive. Inhalte dieses lokalen Ordners kopiert SkyDrive sofort in einen Speicher bei Microsoft (das muss man mögen). Haben zwei Rechner dasselbe SkyDrive, sorgt der Cloud-Speicher dafür, dass eine Änderung an der Datei a.doc auf Rechner A sich sofort in der Datei a.doc auf Rechner B zeigt – die Inhalte werden synchronisiert. Verschwindet ihr Rechner (Diebstahl, Crash), dann haben Sie über das Webinterface die Möglichkeit, die Datei a.doc und auch alle anderen wieder zu retten – denn das SkyDrive bewahrt ja eine Kopie auf Microsofts Servern, es ist also auch ein bisschen Backup.

Microsoft Live SkyDrive skydrive.live.com bot bisher einfach mal so ab Werk 25 GByte. Die hat Microsoft gestrichen, zack, man muss sie über Speicher verwalten skydrive.live.com/ManageStorage erneut anfordern. Sofern man jahrelanger Kunde ist (Hotmail oder eine andere Microsoft-ID reicht), kriegt man das Upgrade derzeit gratis, danke. Wer nicht ganz so lange dabei ist (ca. 2 Jahre), muss sich mit 7 GB begnügen (möglicherweise hängt das auch davon ab, ob man den Speicher mit x Prozent ausgelastet hat; ich habe jedenfalls ein Konto, in dem geht definitiv nicht mehr als 7 GB).

Über SkyDrive Apps verwalten apps.live.com/skydrive holt man sich dann die Software. Es gibt sie für Windows und Mac und als App für iOS und Windows Phone (versteckter: auch Android). (Bisher musste man dafür Live Mesh windowslive.de/mesh/ nehmen, das einen Teil des SkyDrive-Speichers verwendete, seine Inhalte kurioserweise aber nicht über SkyDrive zugänglich machte. Aber wir wollen nicht drüber jammern, sondern uns freuen, dass das jetzt auch anders geht. Ich befürchte allerdings, dass man Live abschaffen wird, und damit auch Mesh, aber das ist eine andere Geschichte.)

Nach der Installation von SkyDrive melden Sie sich mit Microsoft-ID (Hotmail oder Live-Mail-Adresse) und Passwort an. Bedenken Sie, dass mit der Ablage von Dateien in der Cloud der Passwortschutz wichtiger wird und überprüfen Sie bei dieser Gelegenheit Ihre Kennwortsicherheit.

SkyDrive für Windows zeigt an, wo es den SkyDrive-Ordner ablegen wird. In meinem Fall ändere ich das, weil ich auf C: keine Arbeitsdaten halte. Denn wer Image-Backup-Programme verwendet, der sei vorgewarnt: Das Rückspielen eines Backups kann mit solchen Tools auch mal in die Hose gehen, etwa wenn dann der SkyDrive/Dropbox/Sonstwas-Ordner auf einen alten Stand gesynct wird. Oder alles plötzlich doppelt erscheint. Daher liegt der Ordner bei mir auf D: (Paranoia on: in einem Ordner, der täglich per Dateibackup mit Backup Service Home (Tipp!) auf ein NAS gesichert wird).

Die Einstellungen geben nicht viel her. Auf Netbooks könnte man hier zum Beispiel den automatischen Start mit Windows abschalten und SkyDrive immer nur dann starten, wenn man Dateien abgleichen will.

Das Systray-Icon bietet die Möglichkeit, schnell den lokalen SkyDrive-Ordner zu öffnen oder schnell zur Website zu gelangen.

Auf der Website können Sie u.a.:

  • Fotos einbetten (SkyDrive gibt einen Embed-Code in HTML aus)
  • Dateien freigeben: via Mail, Facebook, Twitter, LinkedIn … mit Nur-Lesen-Recht oder Schreib-/Lese-Recht
  • Office-Dateien im Browser bearbeiten (!) – ging bei mir in Internet Explorer und Firefox; impressive!

Interessant ist auch ein Blick auf die SkyDrive-Apps apps.live.com/skydrive/allapps. Microsoft hat endlich das Potential von Cloud Speicher als Tauschplatz für die Anwendungen auf Smartphone und Tablets erkannt. Natürlich nutzt kaum jemand Microsoft OneNote, aber die, die es nutzen, wissen es zu schätzen. Allerdings sollen die OneNote-Apps kein einheitliches Featureset über die Plattformen hinweg haben, was ich als Nicht-OneNote-Nutzer (ich mag nur Wörd & Öksel) nicht beurteilen kann. Mit dem Start von Windows 8 auf Tablets werden es sicher mehr Apps…

Braucht man Microsoft SkyDrive?

Man braucht überhaupt keinen Cloud-Speicher. Und SkyDrive mangelt es an einer Versionsverwaltung, um es wirklich ernst nehmen zu können.
Aber 7 (oder 25 GB) für lau?
Kann man doch einfach mal nehmen.
Ich zum Beispiel schiebe dort vor allem eBooks rein, also PDFs, Anleitungen, Manuals. Sowie alte Freeware-Programme. Zeug, das nicht essentiell wichtig ist, aber das auch nicht verloren gehen soll, und das auf diese Weise automatisch gesichert wird, welches ich also nicht mehr anderweitig sichern muss.

Dropbox oder SkyDrive?

Das ist derzeit keine Frage: Dropbox.
Aber warum nicht beides nehmen?

  • Dropbox lässt sich sehr gut auf Tablets und Smartphones mit iOS und Android nutzen. Das gilt vor allem für zahlreiche Apps darauf, auch Office. Da kann SkyDrive noch nicht mithalten.
  • Dropbox bietet eine Versionsverwaltung, die sich schon sehen lassen kann.
  • Aber warum nicht SkyDrive zusätzlich nehmen und dort zum Beispiel Fotos ablegen, die Sie nicht verlieren, aber auch nicht bei Flickr & Co zeigen wollen. SkyDrive, das ist 7 bis 25 GByte kostenloser Backup-Platz.
  • Beide sind interessant zum Dokumententausch zwischen PCs untereinander, zwischen PCs und Tablets, zwischen Apps. SkyDrive könnte nur das enthalten, was Sie in Dropbox nicht in Apps brauchen, und so Platz auf Dropbox freihalten.
  • SkyDrive bietet ab Werk 7 GB (alte MS-User: 25 GB), Dropbox 2 GB (mit Freundschaftswerbung kann man auf 16 GB kommen, aber das ist nicht mehr so leicht wie früher). Wer also nur dicke Dokumente freigeben will, nimmt vielleicht doch lieber SkyDrive.

SkyDrive versus Dropbox, SugarSync, IDrive, Mozy, TeamDrive, Ubuntu One…

Natürlich gibt es noch weitere andere Anbieter:

  • Dropbox (Win/Mac/Linux) ist besser, wenn Sie etwas Versionsverwaltung haben und die Dokumente in Ihrer Dropbox auf Smartphones und Apps nutzen wollen. 2 bis 16 GB frei. Mehr dazu im Shoot-Out Dropbox versus SugarSync.
  • IDriveSync (Win/Mac) bietet ebenfalls eine Versionsverwaltung, aber wenig App-Support. 5 GB frei.
  • SugarSync (Win/Mac(inoffiziell:Linux)) ist besser, wenn Sie sehr detailliert verschiedenste Verzeichnisse auf verschiedenen Platten abgleichen wollen. 5 GB frei. Mehr dazu im Shoot-Out SugarSync versus Dropbox.
  • Google Drive bietet weniger Speicher, aber in der Anwendung Google Texte & Tabellen eine Art Versionsverwaltung über das Menü Datei, Überarbeitungsverlauf anzeigen.
  • TeamDrive (Win/Mac/Linux) bietet ähnliches wie Dropbox, nur mit Datenschutz nach deutscher Brauart. 2 GB frei.
  • IDrive oder Mozy (beide Win/Mac) sind besser, wenn es Ihnen vor allem um Backup geht, denn hier ist das Backupprogramm eingebaut, der Onlinespeicher nur das Zielmedium. 2 GB frei.
  • Ubuntu One (Win/Linux) ist eine Option für Ubuntu-Fans. 5 GB frei.
  • Box (früher: box.net) ist eine gute Wahl für Tablet-User (iOS, Android, andere). 5 GB frei. Inzwischen gibt es auch einen Box Sync Client für Windos und Mac.

Viel Spaß damit!

Hier noch ein Video zu SkyDrive allgemein:

Hier: Alle Videos aus Microsoft YouTube-Channel, die sich mit SkyDrive beschäftigen: youtube.com/user/microsoftde/videos?query=skydrive